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Poet Laureate #2

Vor kurzem hat LoL hier über die Poets Laureate berichtet. Im Beitrag “America’s Busiest Poet” (Time online) kann man nachlesen, was denn ein (amerikanischer) poet laureate in seinem bzw. ihrem Amtsjahr eigentlich genau macht (abgesehen vom ewigen Erklären, was ein poet laureate ist):

[T]he poet laureate is charged with bringing poetry to the forefront of the American consciousness, as well as playing consultant to the Library of Congress.

Für Wordsworth und Tennyson bestand die einzige Aufgabe als poet laureate darin, Gedichten für nationale Anlässe zu verfassen. Um dafür die richtige Inspiration zu finden, bekamen sie etwa 60 Kisten Sherry pro Jahr. (Den Sherry gibt’s übrigens immer noch, seit 1999 aber zusätzlich noch ein Stipendium).

Einen geschichtlichen Überblick (England und USA) findet man in Poets Laureate. A Brief History auf About.com:Poetry.

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Poet Laureate

In einem Beitrag auf LISNews wurde gestern über die Ernennung der kalifornischen Dichterin Kay Ryan zur neuen Poet Laureate berichtet. Sie ist die 16. poet laureate in Amerika, wo  diese Auszeichnung 1937 durch die Library of Congress unter dem Namen Consultant in Poetry initiiert und 1985 dann in Poet Laureate umbenannt wurde. In England geht die Tradition auf die offizielle Ernennung von John Dryden zum poet laureate durch das englische Königshaus im Jahre 1668 zurück. In den vergangenen 340 Jahren wurde die Ehre allerdings auch erst insgesamt 21 Dichtern erwiesen (was wohl auch damit zusammen hängt, dass hier die Ernennung auf Lebenszeit erfolgt bzw. bis vor kurzem erfolgte, im Gegensatz zu den USA, wo sie auf ein Jahr beschränkt ist). Aber auch in England steht die Ernennung eines neuen Hofdichters bzw. einer Hofdichterin bevor (beim derzeitigen Amtsträger wurde die Amtsdauer zum ersten Mal auf 10 Jahre beschränkt, welche im nächsten Jahr ablaufen). Denn nach über 3 Jahrhunderten männlicher Dominanz ist die Queen nun aufgefordert worden, nächstes Jahr nund endlich mal eine Frau für dieses Amt zu ernennen, wie in einem Artikel des Independent im Mai zu lesen ist. Initiert wurde die Kampagne von Chloe Garner, Direktorin des Ledbury Poetry Festivals. Im Artikel des Independents werden ausserdem 6 mögliche Kandidatinnen vorgestellt.

Die Auszeichnung zum “Hofdichter” wurde allerdings nicht immer als solche angesehen und so kam es immer mal wieder vor, dass Ernannte das Amt ablehnten, so z.B. Thomas Gray (1757), Sir Walter Scott (1813), William Morris (1896) und zuletzt Philip Larkin (1984). Das kann wohl auch damit zusammen hängen, dass vom Amtsträger erwartet wird, Gedichte für Staatsanlässe und andere staatliche Anlässe zu verfassen. Dass die dichterische Tätigkeit eines Amtsinhabers auch zu schwerwiegenden Kontroversen führen kann, zeigt der Fall von Amiri Baraka. Die Veröffentlichung seines  Gedichtes “Somebody Blew Up America” 2001 führten zu Forderung und Versuchen zur Absetzung von Baraka als poet laureate von New Jersey.

Amiri Baraka taucht denn übrigens auch, unter seinem bürgerlichen Namen Everett LeRoi Jones, im Roman The Archivist von Martha Cooley (erschienen 1998 ) auf. Der Archivar ist eigentlich gar kein Archivar, sondern ein Bibliothekar, der, neben seiner bibliothekarischen Tätigkeit in einer Universitätsbibliothek, dort auch eine Sammlung von T.S. Eliot an eine Emily Hale hütet. Die Begenung mit der jungen Studentin Roberta führt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit; vor allem mit der Krankheit und schliesslich dem Selbstmord seiner Frau von vor 20 Jahren, einer Dichterin, deren Leben von Jazz und Dichter wie LeRoi Jones/Amiri Baraka geprägt war.

Auch wenn LoL diese Einrichtung eines offiziellen “Hofdichters” bzw. einer “Hofdichterin” ganz amüsant findet, muss sie nun zum Schluss doch gestehen, dass sie mit Poetry eigentlich nicht viel anfangen kann. Auch wenn sie sich im Laufe ihres Anglistik-Studiums, und vor allem der Prüfungen, durch etliche Gedichte gequält hat, hat sie sie meistens ganz einfach nicht verstanden und – mit wenigen Ausnahmen- nie wirklich einen Zugang dazu gefunden. Da zieht sie sich dann doch lieber mit Romanen wie The Archivist auf’s Sofa zurück 🙂 .