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Bibliotekspop auf YouTube

Auf YouTube kann man sich das erste Konzert der Bibliotekspop-Reihe in der Stadtbibliothek in Stockholm vom 6. Dezember anschauen:

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Bibliotekspop

In der Stadtbibliothek in Stockholm findet am Samstag das erste von einer Reihe von Popkonzerten statt. Die Initiative “Bibliotekspop” fing als witzige Idee an, als die Band “Twig”, deren Sänger und Songschreiber in der Bibliothek des Nobelmuseets arbeitet, jedoch in der Stadtbibliothek anfragte, dort eine Konzertserie zu veranstalten, machte diese sofort mit.

So spielen am Samstag, 6.12.2008, vier Bands zwischen Büchern, BibliothekarInnen und Bibliotheksbenutzern. Und so ist auch “Bibliothekar/In” das Thema des Auftaktskonzertes, denn was die vier Bands gemeinsam haben: in jeder Band ist mindestens ein Mitglied ausgebildete/r BibliothekarIn. In Zukunft soll’s aber auch andere Themen geben.

Nachzulesen in Dagens Nyheter und auf der Website der Stadsbibliotek.

Bibliothek oder Waterstone’s? Das neue Image britischer Bibliotheken

In Grossbritannien reagieren viele öffentliche Bibliotheken auf die stark rückläufigen Benutzerzahlen, und daraus resultierende Bibliotheksschliessungen, indem sie sich von den bis anhin stereotypen Verhaltensregeln in Bibliotheken abwenden. Die Bibliotheken sind daran, ihr traditionelles Image abzustreifen, wie die Society of Chief Librarians bestätigte. Vorbei die Zeiten, in denen in den Lesesälen Stille herrschte und weder Essen und Trinken geduldet wurde. Vielmehr orientieren sich die Bibliotheken vermehrt an Konsumtempeln wie Waterstone’s, Virgin’s etc., in denen telefoniert, gegessen, getrunken, gespielt und Fussball geschaut werden darf, ohne dass sich daran jemand stört (höchstens stillschweigend). In einer Bibliothek in West London stiegen die Ausleihzahlen um 32 %, seit darin eine Starbucks Filiale integriert wurde. Betroffen von diesen Veränderungen ist auch das qualifizierte Bibliothekspersonal, von dem es in den “neuen” Bibliotheken offenbar keins mehr, oder zumindest wesentlich weniger, braucht… Mehr dazu ist in der britischen Tagespresse der letzten Tage nachzulesen, z.B. beim Independent, oder bei Timesonline hier und hier.

Autoren setzen sich für Bibliotheken ein

In Grossbritannien hat der Kinderbuchautor Alan Gibbons eine Kampagnie gegen die Reduzierung und Schliessung von Bibliotheken ins Leben gerufen, wie auf theBookseller.com berichtet wurde. Unterstützt wird er dabei von 300 Autoren und Fachleuten. Mit der Aktion soll die Öffentlichkeit auf die sich laufend verschlechternde Situation von vielen Bibliotheken und deren MitarbeiterInnen aufmerksam gemacht werden. Allein im letzten Jahr wurden rund 60 öffentliche Bibliotheken geschlossen. Dafür hat Gibbons eine “Libraries Charter” verfasst. Mit ihrer Unterschrift setzten sich die Befürworter für folgende Ziele ein:

…to campaign for the central place in society of reading for pleasure, the defence of public libraries and librarians from attempts to cut spending, and a recognition of school libraries as key engines of learning.

The Library Fines Row

In Grossbritannien ist, ausgehend von einer Diskussion auf LIS-PUB-LIBS, eine heftige Diskussion um die Abschaffung der Mahngebühren entbrannt, wie am Freitag in der Online-Ausgabe des Guardian zu lesen war. Die Befürworter der Kampagne zur Abschaffung der Mahngebühren bezeichnen diese als strafend, altmodisch, unzeitgemäss und einen negativen Eindruck von Bibliotheken fördernd. Die stetig sinkenden Buchpreise führten ausserdem dazu, dass Benutzer es mehr und mehr vorziehen würden, das gewünschte Buch gleich selbst anzuschaffen, als eine Mahngebühr zu riskieren, da diese teilweise teurer ist als das Buch selbst – und so die Bibliothek schliesslich gar nicht mehr benützten.

Die Befürworter der Mahngebühren argumentieren, dass ohne diese die Gefahr bestünde, dass Benutzer die Bücher gar nicht mehr zurück bringen würden. Ausserdem würden die fehlenden Einnahmen durch die Gebühren vielerorts beträchtliche Lücken im Budget hinterlassen.

Im Artikel finden sich auch ein paar Beispiele zum Umgang mit nachlässigen Benutzern, als Alternative zur Mahngebühr, wie z.B. das öffentliche Verwünschen oder Verfluchen, wie es früher in Klöstern praktiziert wurde.

Interessant fand LoL vor allem auch den letzten Abschnitt des Artikels mit der “best practice advice” des Museums, Libraries and Archives Council: die Benutzer vor Ablauf der Leihfrist an die Rückgabe des Buches zu erinnern. Also LoL weiss ja nicht, wie das in Grossbritannien genau läuft, aber bei den beiden Bibliotheken, die sie regelmässig benutzt wird bei abgelaufener Leihfrist oder Rückruf jeweils ein entsprechendes Mail versandt, ab welchem man jeweils 10 Tage Zeit hat, das Buch zurück zu bringen, was, wie sie findet, genug Zeit lässt, weshalb sie bis jetzt auch noch nie eine Mahngebühr bezahlen musste. Sie dachte eigentlich, dass solche Benachrichtigungen (ob per Mail, SMS, Post) heute der Normalfall seien. Aber vielleicht doch (noch) nicht?

Auf dem Bücher-Blog des Guardians kann man übrigens noch zwei detailliertere Standpunkte – dafür und dagegen – zur Debatte nachlesen.

(Über: Cilip, Weekly Information World 13 – 19 August 2008 )