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Poet Laureate #4, Keats und Copyright

Da schreibt man, sich nichts Weiteres denkend, mal einen Beitrag zu einem Thema und plötzlich ist man mittendrin und nach dem ersten Beitrag kommt noch einer und noch einer und noch einer… So geht es LoL gerade mit dem Poet Laureate, über den in der letzte Woche schon wieder in der englischen Tagespresse zu lesen war. Dabei hatte LoL bis vor kurzem den Namen “Andrew Motion” noch nie gehört oder gelesen – und plötzlich ist er überall und schon schreibt sie den bereits vierten Post zu diesem Thema. Aber vielleicht taucht Motion ja auch in letzter Zeit ungewöhnlich oft in der Presse auf, weil seine 10-jährige Amtszeit bald zu Ende geht und er das Poetry Archive, von dem hier auch schon die Rede war, auf die Beine gestellt hat?

In diesem Beitrag des Guardians erklärt Motion, wieso man poetry unbedingt laut lesen sollte und was man dabei lernen kann. Dementsprechend kann man im Poetry Archive Gedichte nicht nur lesen, sondern auch hören, teilweise von den Dichtern selbst vorgelesen.

Vielleicht sollte LoL ja auch öfter mal ein Gedicht laut lesen, oder sich anhören, vielleicht könnte sie dann mehr damit anfangen. Bis jetzt hat LoL den Zugang zur Poesie noch nicht wirklich gefunden, mit einigen wenigen Ausnahmen. Wie z.B. John Keats, der gestern in ihrem Briefkasten lag. Das Buch (Keat’s Poetry and Prose, hrsg. von Jeffrey N. Cox, erschienen in der von LoL sehr geschätzten Norton Critical Edition) hatte sie schon vor Monaten bestellt und immer wieder den Hinweis bekommen, dass sich das Erscheinungsdatum des Buches verzögert. Nun ist es erschienen und anscheinend früher, als vom Verlag angenommen, der das Buch bereits auf 2009 vordatiert hat. Dementsprechend ist im Impressum auch das Copyright mit 2009 angegeben. Das müsste ja dann eigentlich heissen, dass das Buch bis Ende des Jahres gar nicht urheberrechtlich geschützt ist, oder? Keats dürfte das wohl eh egal sein…

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Poet Laureate #3

Im heutigen Online-Guardian mal wieder ein kurzer Beitrag zum poet laureate. Vorbei sind die glanzvollen barocken Tage, in denen die Oden des Amtsträger in den “grand chambers of St James’s Palace” mit Musikbegleitung einem grossen Publikum vorgesunden wurden. Der heutige Poet Laureate ist nicht mehr “courtier” sondern vielmehr “ambassador for poetry”, der versucht, die Dichtkunst immer mal wieder in die Erinnerung der Bevölkerung zurück zu rufen und dafür noch nicht mal ein bisschen Anerkennung von der Queen bekommt, wie sich Andrew Motion, der derzeitige, noch bis Frühling amtierende britische Poet Laureate diese Woche beklagte. Um der Öffentlichkeit die Dichtung näher zu bringen, hat Motion während seiner Amtszeit unter anderem ein Online Archiv aufgebaut, wie der Guardian berichtet. Leider gibt’s dazu keine weiteren Angaben und auch keinen Link.

Schwer zu finden ist die Website allerdings nicht: In The Poetry Archive kann man Gedichte nicht nur lesen, sondern auch hören. LoL wird sich das Archiv auf jeden Fall mal etwas genauer anschauen und darin herumstöbern und es natürlich auch gleich bei Delicious bookmarken. Auch wenn sie’s mit der Dichtkunst eigentlich nicht so hat…

Poet Laureate #2

Vor kurzem hat LoL hier über die Poets Laureate berichtet. Im Beitrag “America’s Busiest Poet” (Time online) kann man nachlesen, was denn ein (amerikanischer) poet laureate in seinem bzw. ihrem Amtsjahr eigentlich genau macht (abgesehen vom ewigen Erklären, was ein poet laureate ist):

[T]he poet laureate is charged with bringing poetry to the forefront of the American consciousness, as well as playing consultant to the Library of Congress.

Für Wordsworth und Tennyson bestand die einzige Aufgabe als poet laureate darin, Gedichten für nationale Anlässe zu verfassen. Um dafür die richtige Inspiration zu finden, bekamen sie etwa 60 Kisten Sherry pro Jahr. (Den Sherry gibt’s übrigens immer noch, seit 1999 aber zusätzlich noch ein Stipendium).

Einen geschichtlichen Überblick (England und USA) findet man in Poets Laureate. A Brief History auf About.com:Poetry.

Poet Laureate

In einem Beitrag auf LISNews wurde gestern über die Ernennung der kalifornischen Dichterin Kay Ryan zur neuen Poet Laureate berichtet. Sie ist die 16. poet laureate in Amerika, wo  diese Auszeichnung 1937 durch die Library of Congress unter dem Namen Consultant in Poetry initiiert und 1985 dann in Poet Laureate umbenannt wurde. In England geht die Tradition auf die offizielle Ernennung von John Dryden zum poet laureate durch das englische Königshaus im Jahre 1668 zurück. In den vergangenen 340 Jahren wurde die Ehre allerdings auch erst insgesamt 21 Dichtern erwiesen (was wohl auch damit zusammen hängt, dass hier die Ernennung auf Lebenszeit erfolgt bzw. bis vor kurzem erfolgte, im Gegensatz zu den USA, wo sie auf ein Jahr beschränkt ist). Aber auch in England steht die Ernennung eines neuen Hofdichters bzw. einer Hofdichterin bevor (beim derzeitigen Amtsträger wurde die Amtsdauer zum ersten Mal auf 10 Jahre beschränkt, welche im nächsten Jahr ablaufen). Denn nach über 3 Jahrhunderten männlicher Dominanz ist die Queen nun aufgefordert worden, nächstes Jahr nund endlich mal eine Frau für dieses Amt zu ernennen, wie in einem Artikel des Independent im Mai zu lesen ist. Initiert wurde die Kampagne von Chloe Garner, Direktorin des Ledbury Poetry Festivals. Im Artikel des Independents werden ausserdem 6 mögliche Kandidatinnen vorgestellt.

Die Auszeichnung zum “Hofdichter” wurde allerdings nicht immer als solche angesehen und so kam es immer mal wieder vor, dass Ernannte das Amt ablehnten, so z.B. Thomas Gray (1757), Sir Walter Scott (1813), William Morris (1896) und zuletzt Philip Larkin (1984). Das kann wohl auch damit zusammen hängen, dass vom Amtsträger erwartet wird, Gedichte für Staatsanlässe und andere staatliche Anlässe zu verfassen. Dass die dichterische Tätigkeit eines Amtsinhabers auch zu schwerwiegenden Kontroversen führen kann, zeigt der Fall von Amiri Baraka. Die Veröffentlichung seines  Gedichtes “Somebody Blew Up America” 2001 führten zu Forderung und Versuchen zur Absetzung von Baraka als poet laureate von New Jersey.

Amiri Baraka taucht denn übrigens auch, unter seinem bürgerlichen Namen Everett LeRoi Jones, im Roman The Archivist von Martha Cooley (erschienen 1998 ) auf. Der Archivar ist eigentlich gar kein Archivar, sondern ein Bibliothekar, der, neben seiner bibliothekarischen Tätigkeit in einer Universitätsbibliothek, dort auch eine Sammlung von T.S. Eliot an eine Emily Hale hütet. Die Begenung mit der jungen Studentin Roberta führt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit; vor allem mit der Krankheit und schliesslich dem Selbstmord seiner Frau von vor 20 Jahren, einer Dichterin, deren Leben von Jazz und Dichter wie LeRoi Jones/Amiri Baraka geprägt war.

Auch wenn LoL diese Einrichtung eines offiziellen “Hofdichters” bzw. einer “Hofdichterin” ganz amüsant findet, muss sie nun zum Schluss doch gestehen, dass sie mit Poetry eigentlich nicht viel anfangen kann. Auch wenn sie sich im Laufe ihres Anglistik-Studiums, und vor allem der Prüfungen, durch etliche Gedichte gequält hat, hat sie sie meistens ganz einfach nicht verstanden und – mit wenigen Ausnahmen- nie wirklich einen Zugang dazu gefunden. Da zieht sie sich dann doch lieber mit Romanen wie The Archivist auf’s Sofa zurück 🙂 .