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Quot. Sansom: The Guildhall’s Librarian

Fictional description of the Guildhall Library in London in 1540 and its librarian. I’m sure the librarians there are much more reader-friendly and service-orientated these days 🙂 .

But I’m afraid there are still some libraries left even today, where a  librarian not unlike the one described by Sansom watches over the collection, scowling at every reader who innocently wishes to consult one of its books …

The librarian was one of those fellows who believes books should be kept on shelves, not read, but with the aid of Vervey’s note I was able to get past him. He watched sourly as I put the volumes in my satchel.

Sanson, C. J. Dark Fire. London: Pan, 2007. 978-0-330-45078-2.

See here for information about today’s Guildhall Library and its services.

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Lost in the BL

Wer kennt das nicht: das gewünschte Buch ist laut Katalog zwar verfügbar, aber im Regal keine Spur davon. Auch nicht ein bisschen weiter links oder rechts, oder sonst wo. Vor allem in grossen Bibliotheken hat man praktisch keine Chance, verstellte Bücher rasch wiederzufinden und bis zur nächsten Inventur bleiben die Bücher verschollen.

Das Problem der unauffindbaren Bücher kennt auch die British Library, wie der Guardian gestern berichtete. Über 9’000 Bücher gelten hier als vermisst, wobei british-library12die BL davon ausgeht, dass diese in den meisten Fällen nicht gestohlen wurden, sondern sich irgendwo in den 650 Laufkilometer Regalen, zwischen den 150 Millionen Büchern befinden. Einige dieser Vermissten wurden allerdings schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Die Erstausgabe von Oscar Wilde’s The Picture of Dorian Gray, erschienen 1891, zum Beispiel, gilt seit 1961 als vermisst. Hoffen wir, dass die BL Recht hat mit ihrer Überzeugung, dass die Bücher immer noch irgendwo im Bestand sind anstatt gestohlen worden zu sein. Und dass sie sie irgendwann wieder finden…

 Aber nicht nur Bücher können in den riesigen Magazinen der BL verlorgen gehen. Die Schriftstellerin Michèle Roberts berichtet in ihrem Artikel über das Vergnügen, sich selbst in den labyrinthischen Gängen der BL zu verlieren, bzw. über ihre Ausbildung und Arbeit in verschiedenen Londoner Bibliotheken, darunter im Reading Room des British Museums’, in den 1970ern. Die Gründe, weshalb sie sich ausgerechnet für diesen Beruf entschied, sind einigen von uns wohl auch nicht ganz fremd 😉 :

[…] I chose to train as a librarian. My decision served romantic as well as practical ends. I saw libraries as magical, enchanted places, palaces of the imagination; I recognised librarians as generous custiodians of treasurers.

 Schön auch der Schlusssatz des Artikels:

Librarians are necessarily heores and warriors – albeit in disguise. 

A propos Reading Room im British Museum: Gibt es den eigentlich noch?? LoL war vor etwa 3 Jahren zum ersten Mal dort und hatte, wie’s scheint, noch das Glück, ihn überhaupt zu sehen. Denn seitdem scheinen dort nur noch Sonderausstellungen stattzufinden…

Wiedergefundenes Zitat

Vor einiger Zeit hat LoL mal einen Beitrag zu Linda Grants Buch The Clothes on their Backs (eines der für den Booker Prize 2008 nominierten Bücher) gepostet und eine darin gefundene Beschreibung einer (nicht sehr sympathisch anmutenden) Londoner Bibliothek in den 1970ern gefunden, die sie dann noch nachtragen wollte. Das hatte sie eigentlich auch gemacht, nur dass der Entwurf des Posts dann plötzlich unauffindbar verschwunden war. Nun hat sie ihn wiedergefunden. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund war er als Entwurf einer neuen Seite anstatt eines Posts gespeichert worden. Gut, wenn man zwischendurch mal die verschiedenen Funktionen des eigenen Blogs durchklickt 🙂 . Und hier nun also noch das Zitat:

The library was full of people with colds and men with nowhere else to go. Signs on the walls prohibited spitting. I don’t see people spitting at all these days, let alone any signs waring against it, but people did spit then, spat into handkerchiefs, and bluish-brown pall hung in the air beneath the fluorescent strip lighting, choking the lungs of non-smokers. A man in stained tweed trousers, fresh coloured in his complexion, who arrived at noon with a pint of milk and a tin of cat food in a string bag, was warned by library staff to keep his hands on the table at all times, whatever the subject of the books he wa studying.
      But libraries have a serendipitous quality to them. They lead you on.

(Linda Grant. The Clothes on their Backs. London: Virago, 2008. 978-84408-541-5)

Charles Dickens, Bloomsbury & Sonntagsschule

In der online Edition des Guardians ist in der Reihe Teachers TV Podcast ein Beitrag zu Charles Dickens zu sehen. Michael Rosen, Kinderbuchautor, Radiomoderator und “Children’s Laureate” besucht darin das Charles Dickens House in 48 Doughty Street, London, in dem Dickens eine (kurze) Zeit lang gewohnt hat. Natürlich darf, um diese Jahreszeit, auch Dickens’ Christmas Carol nicht fehlen, die sich Rosen zusammen mit dem Museumskurator in der Bibliothek im Dickens House anschaut. Ein Exemplar der Erstausgabe von 1843, nimmt LoL an. Denn leider wartet sie immer noch darauf, dass die IT-Abteilung ihr endlich den neuen Bildschirm vorbeibringt, nachdem sowohl ihr ursprünglicher, wie auch der Austauschbildschirm den Geist aufgegeben haben. Der temporäre Ersatzbildschirm ist nicht nur kleiner als der Standardbildschirm (immer dieses Herumscrollen, weil keine Website darauf Platz hat) sondern hat zudem auch keinen Lautsprecher, was das Anschauen von Filmchen natürlich recht erschwert und zu einem ziemlichen Ratespiel macht… Da kommt man sich ja glatt vor wie in der Computer-Steinzeit…

Aber einen Besuch ist das Dickens House, bzw. Charles Dickens Museum, wie’s offiziell heisst, allemal wert, das kann LoL jedenfalls aus eigener Erfahrung sagen. Zu sehen sind neben zeitgemässer (Original)einrichtung auch einige Memorabilien von Dickens und natürlich auch einige seiner Werke. Die Bibliothek, die im Film zu sehen ist, kann man ebenfalls besichtigen. Und natürlich gibt’s auch einen kleinen Bookshop, der jeweils auch eine kleine Auswahl an antiquarischen Ausgaben von Dickens’ Büchern anbietet. LoL hat dort letztes Jahr eins aus dem Jahre 1897 erworben, das ihr nur schon wegen dem Ex Libris gefallen hat: das Exemplar wurde von einer Londoner Sonntagsschule einem ihrer Sonntagsschüler am Ende des Jahres als Belohnung überreicht, weil er ein ganzes Jahr lang kein einziges Mal gefehlt hat. Respekt! 😉

“Exit here for the British Library…”

British LibraryDie British Library hat zwar keine eigene Underground Station, aber immerhin wird in der Durchsage  für die Station King’s Cross/St Pancras ausdrücklich auf die British Library hingewiesen, genau so wie an anderen Stationen auf die grossen Museen und anderen Sehenswürdigkeiten.

 Die BL ist, auch für Nicht-Bibliotheksbenutzer, ein Besuch absolut wert. Zu sehen ist z.B. die Daueraustellung in der Sir John Ritblad Gallery, in der Schätze der Bibliothek (u.a. eine Gutenberg Bibel, eine Beowulf-Handschrift, Shakespeare’s First Folio, verschiedene illuminierte mittelalterliche Handschriften, Magna Carta etc. etc.) zu sehen sind. Die aktuelle Wechselausstellung Taking Liberties widmet sich dem Thema Freiheit und Rechte und gibt interessante Einblicke in die Geschichte Grossbritanniens. Mittels einem British Library GatePapierarmband mit Strichcode kann man sich jeweils an verschiedenen Stationen einloggen und seine Meinung zu verschiedenen Themen eingeben. Am Schluss der Ausstellung kann man die eigenen Resultate mit deren anderer Besucher vergleichen. Und wenn man davon noch nicht genug hat, kann man online von Zuhause weitermachen…

Ach ja, und natürlich gibt’s auch ein Café in der BL. Und ein Restaurant obendrein 🙂 .

Rothko @ Tate Modern

Unerwartet und sehr zur Freude von LoL stellte sie letzte Woche in London Rothko Tate Modernvor der Tate Modern stehend fest, dass dort gerade eine Sonderaustellung zum Spätwerk von Rothko gezeigt wird. Sehr sehenswert und absolut zu empfehlen! In den riesigen Hallen des ehemaligen Kraftwerkes kommen die grossen Bilder wunderbar zur Geltung, vor allem der 3. Raum, in dem rund 12 Werke der Seagram Murals gezeigt werden, ist überwältigend.

 Die Ausstellung ist übrigens auf dem gleichen Stockwerk wie das Café, so dass man sich nach Besichtigung der Ausstellung mit Kaffee & Bisquits stärken kann, bevor man den, bzw. die Book Shops plündert… 😉 .

Keats und Teddybären

In Grossbritannien steht ein Bank Holiday-Wochende bevor und in der Online-Ausgabe des Guardians findet man heute Veranstaltungstipps für das lange Wochenende. Besonders angetan hat es Lol das Teddy Bear’s Picnic, das heute Nachmittag im Preacher’s Hill Childrens’ Park in London stattfindet: Children can bring their favourite teddy or doll to this picnic while their parents enjoy the poetry of John Keats.

Wäre sie jetzt in England, würde LoL allerdings A Royal Victorian Visit wählen. Für einen Tag kann man sich in das Victorianische Zeitalter zurück versetzen, und das erst noch in einem von ihren absoluten Favoriten unter den English Manor Houses – Audley End House. Jedesmal wieder einen Besuch wert!