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Wikipedia Print on Demand

Heute morgen(?) hat jemand (wer?) über Twitter(?)* den Link zum folgenden YouTube-Beitrag gepostet:

Bei Wikipedia gibt’s jetzt also eine neue Funktion, mittels derer man sich selbst Bücher mit verschiedenen Wikipedia-Einträgen zusammenstellen kann. Das geht ganz einfach: auf den entsprechenden Seiten rechts unter “Buch erstellen” auf “Wikiseite hinzufügen” klicken, dann auf “Buch zeigen”, Titel und Untertitel hinzufügen, Kapitel einfügen und Seiten verschieben. Zum Schluss gedrucktes Buch bestellen und/oder PDF herunter laden und/oder das Buch speichern. Genau erklärt wird das im Video oben.

Da LoL ja zugegebenermassen zu den Menschen gehört, die Wikipedia-Artikel immer gerne ausdrucken, um sie zu lesen, und überhaupt gerne Papier/ein Buch in der Hand haben, fand sie diese neue Funktion sehr interessant und musste das gleich mal selbst ausprobieren. Dafür muss man dann allerdings wieder ein Konto erstellen. Nun gut, also noch ein weiteres.

Das Zusammenstellen geht wirklich sehr einfach, allerdings gibt’s anscheinend nur Kapitel und keine Unterkapitel, was LoL ein bisschen schade findet. Auch dass es, zumindest für die Titelseite, keine Möglichkeit für Schriftauswahl etc. gibt. Das zusammengestellte Buch kann man dann als gedrucktes Buch über PediaPress bestellen und sich dabei auch grad selbst als Herausgeber aufführen lassen. Die Vorschau zeigt neben dem Umschlag auch 30 Seiten des Buches. Das Layout sieht ganz ansprechend aus und auch die Bilder sind in einem grosszügigen Format integriert, anscheinend allerdings leider nicht in Farbe. Auch ein Index wird automatisch erstellt. Anhand der Seitenzahl wird der Preis für das gedruckte Buch berechnet. In LoLs Fall wären das für ca. 223 Seiten € 11.69 (ohne Portokosten), was sie absolut okay findet.

Man kann sich das Buch aber auch umsonst als PDF herunterladen. Das Layout ist etwas anders als beim gedruckten Buch, aber ebenfalls ansprechend und die Bilder sind hier sogar in Farbe. Die dritte Möglichkeit ist das Speichern des Buches auf Wikipedia (Wikipedia:Bücher), wodurch es dann auch von anderen angesehen werden kann. Diese Kategorie enthält bereits beachtliche 3.330 Seiten, allerdings ist das Auffinden der Bücher etwas umständlich, denn die Auflistung alphabetisch nach Buchname, vor diesem erschienen aber erst Benutzername und Rubik:  Benutzer:LonelyLibrarian/Bücher/Buch und Bibliothek.

Was LoL noch ausprobieren möchte ist, ob sich ein zusammengestelltes und gespeichertes Buch anschliessend noch weiter erweitern und ändern lässt oder nicht. Wenn ja, dann wird sie noch ein bisschen daran herum basteln und, wenn sie dann hoffentlich alle relevanten Seiten gefunden und ergänzt hat und mit der Zusammenstellung zufrieden ist, ein gedrucktes Exemplar fürs Bücherregal bestellen :-).

Alles in allem eine praktische Funktion, findet LoL, vor allem auch wegen der verschiedenen Ausgabemöglichkeiten. Am interessantensten daran findet sie allerdings die Tatsache, dass Wikipedia, die ja sozusagen die gedruckte Enzyklopädie ersetzt, ihrerseits nun ihre in elektronischer Form entstandenen Inhalte in gedruckter Form anbietet. Gedruckte Bücher sind eben auch im Web 2.0-Zeitalter noch lange nicht passé :-).

 * LoL kann sich leider beim besten Willen nicht mehr erinnern, über welchen der inzwischen recht zahlreichen Informationskanäle, durch die sie sich jeden Morgen liest, sie auf diesen Link gestossen ist. Sehr wahrscheinlich war es über Twitter, angesichts der Menge von Tweets hat sie aber schon gar nicht erst versucht, den entsprechenden Tweet zu finden. And dieser Stelle jedoch Danke für den Hinweis an die betreffende Person!

eBook-Reader in natura

Fast hätte LoL ihn übersehen. Mindestens zweimal ist sie am Samstag in einer der Filialen einer grossen Buchladenkette in Mannheim an der Vitrine neben der Information vorbeigelaufen, ohne sie gross eines Blickes zu würdigen. Erst beim dritten Mal ist er ihr schliesslich aufgefallen: der Sony eBook-Reader, der ja seit Mitte März in Deutschland erhältlich ist und von dem in den letzten Tagen überall zu lesen, hören und sehen war. Überrascht hat sie, ehrlich gesagt, sein Format. Nachdem man überall, im Zug, im Café, auf der Strasse, Leute mit handtellergrossen elektronischen Geräten sieht, ist sie wohl irgendwie davon ausgegangen, dass es sich auch hier um eins dieser kleinen Hosentaschen-Geräte handelt. In Wirklichkeit ist er aber in etwa so gross wie ein gängiges Hardcover-Buch. Was vom Lesekomfort her wohl auch mehr Sinn macht. Eigentlich hätte sie sich das Ding ja gerne näher angeschaut. Da der Promotionsmensch das Gerät aber gerade ausführlich einer Kundin erklärte, beschloss sie, später nochmals vorbeizuschauen. Was sie dann aber schliesslich über dem langen und ausgiebigen  Stöbern in den herkömmlichen Büchern schlichtweg vergessen hat…

Zurück in der Heimat muss sie sich jetzt halt noch ein bisschen gedulden, bis sie sich das Ding hier mal aus der Nähe anschauen kann. Aber das lässt sich aushalten (über Erfahrungen anderer lässt sich in der Zwischenzeit z.B. hier nachlesen). So schnell, wenn überhaupt jemals, wird sie sich eh keinen zulegen, dafür mag sie “Papier-Bücher” viel zu gerne (und elektronische Geräte zu wenig). Aber man weiss ja nie – seit Lernen 2.0 hat sie inzwischen auch schon so einiges (mit)gemacht, wovon sie vorher nicht gedacht hätte, dass ihr das Spass machen würde… 😉

Jedenfalls ist sie gespannt, wie die E-Book-Zukunft aussehen wird und wie und wo sich das Ding einsetzen lässt, ob, wie und wo es sich durchsetzt, oder auch nicht. Und natürlich, wie Bibliotheken damit umgehen werden…