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Das neue Café Schober

Heute im ZüriTipp entdeckt: das neue Café Schober ist eröffnet! Neuer Betreiber ist Michel Péclard, der anscheinend einiges an Bewährtem aus dem alten Café ind das Konzept des neuen Schobers übernommen hat.  So ist das Dekor nach wie vor üppig, plüschig, bunt – wenn auch ein einem etwas anderen Stil als zuvor. Geblieben ist auch die Boutique im Eingangsbereich, die etwas luftiger erscheint. Die drei Café-Ebenen heissen jetzt Café Colonial, Salon Rouge und Züristube.

Auch auf der Karte finden sich altbekannte Klassiker, wie die hausgemachte Schober Schokolade, das Frühstücks-Angebot und natürlich die süssen Köstlichkeiten. Daneben gibt es auch kalte und warme Speisen sowie ein riesiges Tee-Angebot. Und auch die (hohen) Preise sind altbekannt…

Jedenfalls sieht das doch recht vielversprechend aus, findet LoL und freut sich schon darauf, das Ganze bald mal in natura in Augenschein zu nehmen und im Salon Rouge gemütlich einen Latte Macchiato zu trinken. Was für ein Buch würde da wohl am besten als Lektüre passen? 🙂

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Rothko @ Tate Modern

Unerwartet und sehr zur Freude von LoL stellte sie letzte Woche in London Rothko Tate Modernvor der Tate Modern stehend fest, dass dort gerade eine Sonderaustellung zum Spätwerk von Rothko gezeigt wird. Sehr sehenswert und absolut zu empfehlen! In den riesigen Hallen des ehemaligen Kraftwerkes kommen die grossen Bilder wunderbar zur Geltung, vor allem der 3. Raum, in dem rund 12 Werke der Seagram Murals gezeigt werden, ist überwältigend.

 Die Ausstellung ist übrigens auf dem gleichen Stockwerk wie das Café, so dass man sich nach Besichtigung der Ausstellung mit Kaffee & Bisquits stärken kann, bevor man den, bzw. die Book Shops plündert… 😉 .

Das liebste Kinderbuch

What were your favourite books before you could read?“, fragte Molly Flat im Book Blog des Guardian gestern. Was waren unsere Lieblingsbücher damals? Erinnern wir uns noch an sie? Und wie haben sie uns beeinflusst? – “Can you recall your favourite book before you could read? And is anyone else out there still suffering the consequences today?“.

Hätte man LoL vor 6 Jahren die Geschichte ihres einstigen Lieblingsbuches nacherzählt, hätte sie sich wohl kaum daran erinnert. Aber vor 6 Jahren war da in einer Buchhandlung in Stochkolm dieses Bilderbuch von Elsa Beskow, “Puttes äventyr i blåbärsskogen“, und mit den Bildern kam die Erinnerung zurück.

Die schwedische Kinderbuchautorin Elsa Beskow (1874-1953) hat zahlreiche Kinderbücher verfasst und selbst illustriert, aber keins hat bei LoL einen so grossen Eindruck hinterlassen wie die Geschichte über die Abenteuer des kleinen Peterchens im Blaubeerwald. Wie gerne hätte LoL damals einen solchen Zauberstab mit einer Heidelbeere als Knauf gehabt, wie ihn der Heidelbeerkönig besass. Aber am allerallerliebsten wollte LoL auch so klein werden, wie das Peterchen, um Heidelbeeren (die schon damals zu LoLs absoluten Lieblingsfrüchtchen gehörten) in Fussballgrösse essen zu können. Und vielleicht sind ja Elsa Beskow und Putte sogar mit daran “Schuld”, dass LoL, als Anglistik-Studentin, ein Austauschjahr nicht in England, sondern in Schweden verbracht hat? Und ist nicht vielleicht auch die besondere Faszination des Jugenstils durch die schönen Zeichnungen von Elsa Beskow geprägt worden?

Dass man etwas nicht unbedingt lesen und/oder verstehen muss, um davon begeistert zu sein, kann LoL ebenfalls gut nachvollziehen. Im zarten Kindergartenalter war die amerikanische schwarz/weiss Serie “The Munsters” ihr absoluter Favorit. Obwohl sie vom englischen Originalton kein Wort verstand und die deutschen Untertitel nicht lesen konnte, klebte sie förmlich vor dem Fernseher, wenn die Serie ausgestrahlt wurde. Auch dies scheint Spuren hinterlassen zu haben, hat sie doch immer noch eine besondere Vorliebe für “gothic literature” und sogar für eine ihrer Liz-Prüfungen damals als Thema “the function of the supernatural element in the gothic novel” gewählt (sehr empfehlenswert 🙂 ).

 Heute müssen die Zürcher Kinder wohl ohne Putte auskommen – im Katalog der Zürcher Stadtbibliotheken PBZ ist’s jedenfalls nicht aufzufinden, aber dafür gibt’s in der Nationalbibliothek eine Übersetzung in den Berner Dialekt von 1913 🙂 .

Übrigens:
In Sigtuna, einem kleinen Städtchen nicht weit von Stockholm entfernt, gibt’s an der Hauptstrasse in einem kleinen, windschiefen Fachwerkhäuschen ein nettes kleines Café namens Tant Brun (eine Figur aus Elsa Beskows Buch “Tant Grön, Tant Brun och Tant Gredelin“), wo’s nicht nur feinen Tee und Kaffee gibt, sondern auch herrlichen selbstgebackenen Heidelbeerkuchen… 🙂 .

Das neue Café Schober

Es gibt doch einen Lichtblick am Zürcher Café-Himmel. Heute berichtete die NZZ darüber, was den Café-Besucher ab Frühling 2009 im neuen Café Schober erwarten wird. Vor allem die folgende Aussage hat LoL sehr gefreut:

Nun steht fest: Die von vielen gehegte Befürchtung, dass eine internationale Kette mit mehr oder weniger austauschbarem Sortiment einziehen könnte, ist endgültig passé.

Anstatt einer weiteren Starbucks-Filiale wird’s französische Patisserie, Zürcher Schoggi-Leckereien und frischgebackene Gipfeli geben. Kaffee und Tee kommen vom traditionellen Kolonialwarengeschäft Schwarzenbach, gleich gegenüber. Auch eine separate Tee-Theke soll’s geben, ganz nach Pariser Vorbild. Das freut Tee-Trinker wie LoL natürlich ganz besonders :-). Das “Wienercafé” im ersten Stock wird dann hoffentlich mit einer grossen Zeitungs- und Zeitschriften-Auswahl zum verweilen und lesen einladen. Und wer weiss, vielleicht wird man ja sogar auch einen passablen Latte Macchiato serviert bekommen??

Auch wenn’s nicht mehr das Gleiche sein wird, scheint das, was kommen wird, zumindest vielversprechend und definitiv einen Besuch wert.

Zürcher Café-Sterben

In Cafés kann man sich stundenlang aufhalten, Kaffee oder Tee trinken, sich unterhalten oder, wenn man alleine ist, gemütlich ein Buch oder die Zeitung lesen. In Zürich wird das langsam immer schwieriger. Zumindest wenn man dies nicht jedesmal ausschliesslich in einer der unzähligen Starbucks-Filialen tun möchte. Gemäss einer vor einiger Zeit in einer der hiesigen Gratiszeitungen erschienen Nachricht hat Zürich die zweithöchste Starbucks-Dichte. (Typischerweise bekommt man in solchen Nachrichten immer nur die halbe Information serivert: in Europa? Weltweit? Und wer hat die dichteste??). Nun gibt es seit Neustem in Zürich eine weitere Filiale (und es gibt hier wirklich bereits alle 10 Meter eine…). Und zwar in der grössten Buchhandlung der Stadt, im “OF” (Orell Füssli Buchhandlung an der Bahnhofstrasse). Nun hat LoL absolut nichts gegen Cafés in Buchläden, ganz im Gegenteil. Und sie hat auch nichts gegen Starbucks. Zumindest nicht generell (hat sie doch eine Schwäche für Kaffee mit Vanille-Aroma). In diesem besonderen Fall allerdings sehr. Denn im OF gab’s bereits seit einiger Zeit ein Café. Ein kleines, immer gut besuchtes (in dem man aber trotzdem immer irgendwie einen Platz fand), gemütliches (vor allem, wenn man das bequeme rote Ledersofa ergattern konnte) individuelles Café mit feinen Sandwiches und dem stadtweiten besten (geschmacklich wie ästhetisch) Latte Macchiato. Café und Ladenfläche gingen nahtlos ineinander über und das Mitnehmen und Lesen der Bücher aus dem Buchladen war ausdrücklich erlaubt und erwünscht.

Jetzt sieht’s dort aus wie in jeder anderen Starbucks-Filiale auch.

Bereits früher in diesem Jahr ist in Zürich eine Café-Ära zu Ende gegangen. Das auch ausserhalb Zürichs bekannte, unverkennbar und vielgeliebt-kitschige Café Schober wurde geschlossen, bzw. den Betreibern gekündigt. Das Café Schober wird’s wohl wieder geben, wenn die Umbauarbeiten am Haus abgeschlossen und die neu hergerichteten Luxuswohnungen vermietet sind. Aber es wird nicht mehr das gleiche Café Schober sein (auch wenn die Betreiber auf ihrer Website mit dem Spruch “de Schober bliibt de Schober” werben). Immerhin, das Café Schober gibt’s jetzt also Café Felix am Bellevue, da, wo bis vor kurzem das Kino Bellevue war (eine weitere verlorene Kindheitserinnerung). Dort ist es auch sogar ganz nett, anders aber doch auch ein bisschen so wie vorher, im Niederdorf. Hell, mit hohen Decken, viel Gold und ein wenig vo der alten Dekoration und dem gewohnten Kitsch. Ein bisschen Grand Café-Feeling, wo man trotz einer grossen Anzahl an Servicepersonal in weissen Schürzen ewig warten muss, bis man endlich bedient wird, um dann für teuers Geld wohl den schlechtesten Kaffee von ganz Zürich zu bekommen. Aber eben, es ist halt nicht mehr das Gleiche.

Nun muss sich LoL also aufmachen und neue Cafés in Zürich finden. Cafés mit einer individuellen Ausstattung, in denen man in Ruhe ein Buch lesen und den zweitbesten Latte Macchiato der Stadt trinken kann. Oder sie macht endlich das, was sie schon seit Jahren machen möchte – auswandern. In eine Stadt, in der Starbucks noch nicht überpräsent ist und individuelle Café-Kultur noch gepflegt wird…

Berge, Bibliotheken & Kaffee

Letzte Woche machte LoL Ferien in den Bergen und hat sich dabei auch mal in der lokalen Bibliothek umgeschaut. Untergebracht im 1876 erbauten “Schweizerhaus” beherbergt die Bibliothek Davos die Leihbibliothek der Gemeinde Davos sowie eine Dokumentationsbibliothek. Benutzt werden können beide von allen Interessierten, Einheimische wie Touristen. Die Leihbibliothek umfasst ca. 15’000 Medien und ist von Dienstags bis Samstags geöffnet. In der Dokumentationsbibliothek findet man in über 20’000 Medien alles über Davos. So kann man z.B. in den Davoser Blätter aus den Jahren von 1874-1942 in den Gästelisten nachschauen, wann sich welche Berühmtheiten im Höhenkurort aufgehalten haben. In der über 7000 Fotografien umfassenden Fotosammlung kann man sich zudem die Lokalgeschichte veranschaulichen. Beide Bibliotheken sind Mitglied des Bibliotheksverbundes Graubünden und ihre Bestände somit in dessen Online-Katalog abrufbar.

Hat man sich dann in der Dokumentationsbibliothek (Präsenzbibliothek) mit Kopien und in der Leihbibliothek mit genügend Lesematerial eingedeckt, begibt man sich am Besten in das ca. 5 Minuten enfernte Café Kaffeeklatsch. (Wer in der Bibliothek noch nicht genug bekommen hat, kann vor dem Café-Besuch noch kurz einen Abstecher in einen der kleinen aber feinen Buchläden machen und sich dort zusätzlich mit Literatur eindecken). Im Café angekommen, kann man in aller Ruhe die Lektüre bei einer feinen Tasse Kaffee geniessen. Für LoL ist ein (fast täglicher) Besuch im Kaffeeklatsch bei Davos-Aufenthalten ein Muss. Am liebsten vorne am Fenster. Da kann man nämlich nicht nur fein die Leute beobachten, die draussen vorbei laufen, sondern sich genüsslich in einen der sich dort befindlichen Sessel (inkl. rot-weiss-kariertem Kissen für den Rücken) installieren und lesen. Und natürlich den Kaffee geniessen. LoL’s unschlagbarer Favorit ist der Vanille-Haselnuss Latte.  Aber das ist natürlich Geschmackssache… 🙂 .

 

Hat man sich nun eingehend über Davos informiert und möchte, neugierig und mit reichlich Kaffee im Bauch, mehr über den Kanton Graubünden erfahren, so begibt man sich am besten nach Chur und in die dortige, in der Altstadt gelegene Kantonsbibliothek (im selben Gebäude ist auch das Staatsarchiv Graubünden untergebracht). In der Bündner Bibliographie findet man hier alles, was in und über Graubünden veröffentlicht wurde. Im Freihandbereich kann man sich in aller Ruhe über Geschichte, Kultur und Sprachen informieren. Für umfassendere Recherchen stehen ausserdem eine Reihe Spezialsammlungen zur Verfügung. Im Online-Katalog findet man alles ab 1983. Für Recherchen von Anschaffungen bis 1982 muss man hingegen die alten Zettelkataloge konsultieren, die LoL allerdings besonders gut gefallen haben. Ein bisschen “Nostalgie” eben, vor allem auch, weil der Zettelkatalog in der Bibliothek, in der LoL arbeitet, aus äusserst hässlichen weissen Plastikschubladen besteht.

 

Wie man sieht, hatte LoL, zwar noch nicht die eigene, aber dafür eine ausgeliehene, Digitalkamera

dabei und eifrig fotografiert um damit ihre Posts zu verschönern 🙂 . Und damit nun auch die Berge nicht zu kurz kommen, hier noch zwei Bilder, eins vom ersten und eins vom letzten Ferientag 🙂