Buchrückentitel

Heute morgen hat LoL im Zug, auf dem Weg zur Arbeit, ein neues Buch zu lesen begonnen. Das Buch trägt den vielversprechenden Titel “The Book on the Bookshelf”. Der Autor, Henry Petroski, geht darin der Frage nach, wieso Bücher so im Bücherregal stehen, wie sie heute üblicherweise stehen:

While reading in my chair late one evening I perceived, for whatever reason, the bookshelf beneath a row of books in a new light. I saw it as a piece of infrastructure, taken for granted if not neglected, like a bridge beneath a line of cars, and I wanted to know more about the nature and origins of this ubiquitous thing. But where to begin? Was it meaningful to ask why the bookshelf is horizontal and why books are placed vertically upon it? Or are these facts so obvious as to need no explanation? Going further, was there anything to be gained by asking why we shelve our books with their spines facing outward, or is this simply the only logical way to shelve them? Don’t books go on bookshelves, as nuts go on bolts, only one way?

Hört sich sehr interessant an, findet LoL, und freut sich schon sehr auf die Lektüre.

Allerdings wird es wohl eine Frage, die sich LoL schon seit langem immer mal wieder stellt, meistens dann, wenn sie grad wieder mal ihre Bücher umräumt, nicht beantworten. Nämlich, wieso bei den deutschsprachigen Büchern die Schrift auf dem Buchrücken von unten nach oben verläuft. Im Gegensatz zu den englischsprachigen, wo dies genau umgekehrt ist, also von oben nach unten. 
       Stehen die Bücher horizontal im Regal, ist der Unterschied relativ gering und beschränkt sich im Wesentlichen darauf, dass der Kopf zum Lesen der Rückentitel entweder nach links oder nach rechts geneigt werden muss. Wobei LoL persönlich die Kopf-nach-rechts-Variante bevorzugt, was aber auch daran liegen kann, dass sie mehrheitlich englischsprachige Bücher liest und es sich daher ganz einfach mehr gewöhnt ist.
       Stapelt man nun allerdings die Bücher horizontal im Regal, was bei Bücherliebhabern mit chronischem Platzmangel ja schnell mal notwendig wird, zeigt sich schnell der Vorteil der angloamerikanischen Methode: das Buch liegt mit der Rückseite nach unten, die Vorderseite zeigt nach oben, die Schrift des Rückentitels ist normal von links nach rechts lesbar.
       Nicht so bei deutschsprachigen Büchern. Hier muss man sich entweder für die Vorderseite oder für den Rückentitel entscheiden, denn zeigt ersteres nach oben, steht zweiteres auf dem Kopf, und umgekehrt. Beides nicht wirklich hundertprozentig befriedigend. Wieso also ist das so? Wer war es, der wann und wieso entschieden hat, dass bei deutschsprachigen Büchern die Schrift auf dem Buchrücken von unten nach oben verlaufen soll? Und wieso hält sich das immer noch hartnäckig?? *

Literaturnachweis:
Petroski, Henry. The Book on the Bookshelf. New York: Vintage, 2000. 0-375-
70639-9.

 

* Allerdings findet man seit einiger Zeit immer mal wieder (immer mehr?) deutsche Bücher mit angloamerikanischer Rückentitelvariante. Anscheinend gibt’s noch andere, die sich diese Frage stellen…

One response to “Buchrückentitel

  1. Pingback: Buchfunde I « talesofloveanddecay

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