The Library Fines Row

In Grossbritannien ist, ausgehend von einer Diskussion auf LIS-PUB-LIBS, eine heftige Diskussion um die Abschaffung der Mahngebühren entbrannt, wie am Freitag in der Online-Ausgabe des Guardian zu lesen war. Die Befürworter der Kampagne zur Abschaffung der Mahngebühren bezeichnen diese als strafend, altmodisch, unzeitgemäss und einen negativen Eindruck von Bibliotheken fördernd. Die stetig sinkenden Buchpreise führten ausserdem dazu, dass Benutzer es mehr und mehr vorziehen würden, das gewünschte Buch gleich selbst anzuschaffen, als eine Mahngebühr zu riskieren, da diese teilweise teurer ist als das Buch selbst – und so die Bibliothek schliesslich gar nicht mehr benützten.

Die Befürworter der Mahngebühren argumentieren, dass ohne diese die Gefahr bestünde, dass Benutzer die Bücher gar nicht mehr zurück bringen würden. Ausserdem würden die fehlenden Einnahmen durch die Gebühren vielerorts beträchtliche Lücken im Budget hinterlassen.

Im Artikel finden sich auch ein paar Beispiele zum Umgang mit nachlässigen Benutzern, als Alternative zur Mahngebühr, wie z.B. das öffentliche Verwünschen oder Verfluchen, wie es früher in Klöstern praktiziert wurde.

Interessant fand LoL vor allem auch den letzten Abschnitt des Artikels mit der “best practice advice” des Museums, Libraries and Archives Council: die Benutzer vor Ablauf der Leihfrist an die Rückgabe des Buches zu erinnern. Also LoL weiss ja nicht, wie das in Grossbritannien genau läuft, aber bei den beiden Bibliotheken, die sie regelmässig benutzt wird bei abgelaufener Leihfrist oder Rückruf jeweils ein entsprechendes Mail versandt, ab welchem man jeweils 10 Tage Zeit hat, das Buch zurück zu bringen, was, wie sie findet, genug Zeit lässt, weshalb sie bis jetzt auch noch nie eine Mahngebühr bezahlen musste. Sie dachte eigentlich, dass solche Benachrichtigungen (ob per Mail, SMS, Post) heute der Normalfall seien. Aber vielleicht doch (noch) nicht?

Auf dem Bücher-Blog des Guardians kann man übrigens noch zwei detailliertere Standpunkte – dafür und dagegen – zur Debatte nachlesen.

(Über: Cilip, Weekly Information World 13 – 19 August 2008 )

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