Privatisierung von Bibliotheken

Gestern erschien in der Online-Ausgabe der Dagens Nyheter ein Artikel zur Privatisierung von Bibliotheken in Schweden. Es gab dort bereits einige Privatisierungsversuche von kommunalen Bibliotheken, welche bislang jedoch alle fehl schlugen. Doch nun sind mit Bibliotekstjänst (ein Anbieter von Bibliotheksdiensten in Schweden und Finland) und Svenska Boklån AB Unternehmen auf den Plan getreten, die solche Vorhaben in Zukunft erfolgreich umsetzen könnten. Die Bibliotheken in Linköping, Solna und Uppsala stehen bereits für eine Privatisierung im Gespräch (über die Privatisierung in Uppsala wurde allerdings bereits vor 1 1/2 Jahren bericht, wie hier nachzulesen ist). Im Vordergrund soll die “Kunden-Fokusierung” stehen, um rückgängigen Ausleihzahlen, steigenden Kosten und schlechten Öffnungszeiten entgegen zu wirken. Des weiteren sollen Sponsoring und Reklame zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Ein erfolgreiches (und bis jetzt das einzige) Beispiel einer privatisierten Bibliothek gibt es in Schweden bereits: die Dieselverkstad in Nacka. Aber trotz diesem Erfolgsbeispiel ist der Widerstand gegen privatisierte Bibliotheken gross, denn, so wird argumentiert, private Akteure würden vor allem Geld verdienen wollen – und in Bibliotheken stünden andere Dinge im Vordergrund. Andererseits existierten in Schweden viele kommunale Bibliotheken nur noch deshalb, weil das Gesetz den kostenlosen Zugang zu einer Volksbibliothek für alle Mitbürger vorgibt. Über die Qualität der Bibliothek dagegen sagt das Gesetz nichts, so dass sich z.B. die Öffnungszeiten oft mehr nach dem Bibliothekspersonal statt den Bibliotheksbenutzern richten.

LoL steht solchen Privatisierungen grundsätzlich skeptisch gegenüber und ist der Meinung, dass es gewisse Diensleistungen gibt, da man nicht privatisieren sollte oder hätte sollen. Und man sollte doch meinen, dass heutige Bibliotheken auch ohne Privatisierung in der Lage sein sollten, kundengerechte und serviceorientierte Dienstleistungen, wie z.B. auch benutzergerechte Öffnungszeiten, anbieten zu können. Nun, man wird sehen, wie es weiter geht und was daraus wird – und wie lange es dauern wird, bis auch hier bei uns die ersten Priviatisierungsversuche diskutiert werden.

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