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Stadtbibliothek für Wädenswil

“Ein neues Kapitel in der Bibliotheks-Geschichte” soll laut einem Bericht im gestrigen Tagi aufgeschlagen werden: In der Zürcher “Bildungsstadt Wädenswil” wurde gestern im Parlament über die Einrichtung einer Stadtbibliothek* abgestimmt  und die Chancen dafür stehen, trotz der Ortsgruppierung “Bürgerliches Forum positives Wädenswil (BFW), die dagegen ist (warum, fragt man sich??), gut.

Die neue Stadtbibliothek soll die heutige Bibliothek Eidmatt ersetzen, die längst aus allen Nähten platzt und die Bedürfnisse der 20’000 Einwohner der Stadt nicht mehr optimal erfüllen kann. 1964 eröffnet und getragen von der Lesegellschaft Wädenswil, verfügt die Bibliothek Eidmatt über einen einzigen, 100 m2 grossen Raum, in dem die 18’000 Medien nicht benutzergerecht präsentiert werden können. Gemäss den Richtlinien der SAB (Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken) müsste die Bibliothek fünfmal so gross sein und über einen Bestand von 30’000 Medien verfügen – 1,5 Medien pro Einwohner. Ausserdem würde die Jugendabteilung der neuen Bibliothek gleichzeitig die Schulbibliothek der Schule Eidmatt, die bis jetzt, trotz Vorschrift, über keine Bibliothek verfügt. Das entsprechende Gebäude ist auch bereits gefunden, das ehemalige Feuerwehrgebäude an der Schönbergstrasse, in dem nach dem Umbau eine Nutzungsfläche von 570 m2 zur Verfügung stehen wird. Mit der Einrichtung einer Stadtbibliothek würde die Stadt die Trägerinschaft von der Lesegellschaft übernehmen, die bis jetzt die Bibliothek mit viel Freiwilligenarbeit geführt haben.  Die Übernahme durch die Stadt würde für die BibliotheksmitarbeiterInnen die für Stadtbibliotheken üblichen Löhne gewährleisten.

Hoffen wir also, dass ‘Wädi’ bald eine neue Bibliothek bekommt.  Die Entscheidung darüber wird schlussendlich bei den Stimmberechtigen liegen – und die werden ja hoffentlich wissen, was sie mit einer Stadtbiblithek gewinnen werden!

* Die Details findet man im Antrag für den Bau und Betrieb einer Stadtbibliothek mit integrierter Schulbibliothek vom Juli 2009.

Niedrigere Gebühren für IDS Kurier

Auf den 1. Dezember 2009 hat der IDS (Informationsverbund Deutschweiz) die Gebühren für den Bücherkurier von CHF 10.00 auf CHF 5.00 gesenkt. Mit dem IDS Kurierdienst können Medien aus den folgenden Bibliotheken per Fernleihe ausgeliehen werden:

Zentralbibliothek Zürich
Zentralbibliothek Bern
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Unibibliothek Basel
Bibliothek des Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrums Basel
Universitätsbibliothek St. Gallen
Kantonsbibliothek Vadiana St. Gallen

Unschlagbar ist allerdings nach wie vor der Service des NEBIS-Verbunds (selbst wiederum Mitglied des IDS), dem neben der ETH-Bibliothek rund 80 Hochschulen, Fachhochschulen und Forschungsanstalten angehören. Hier kann man sich nämlich die Medien der ausleihenden Bibliotheken immer noch gratis in die gewünschte Bibliothek liefern lassen.

Schweizer Metakatalog SwissBib

Via Infobib die Meldung zum Projekt SwissBib, einem Metakatalog der Hochschulen und der Nationalbibliothek in der Schweiz:

SwissBib ist der künftige Metakatalog der Schweizer Hochschulbibliotheken und der Schweizerischen Nationalbibliothek. Er wird einen raschen, einfachen und umfassenden Zugang zu wissenschaftlicher Information in der Schweiz verschaffen.

Das Projekt ist Teil von E-Lib.ch. Eine Beta-Version von SwissBib ist nun öffentlich. Auf dem SwissBib Wiki können sich Interessierte über das Projekt informieren und mit dem RSS-Feed über die Neuigkeiten auf dem Laufenden bleiben.

Digitalisierte Zeitschriften retro.seals.ch

Im Schweizer Zeitschriftenarchiv retro.seals.ch stehen über 86’000 Artikel mit insgesamt mehr als 1 Mio. Seiten aus 55 digitalisierte Zeitschriften aus verschiedenen Fachgebieten online im Volltext zur Verfügung. Gesucht werden kann nach verschiedenen Kriterien, wie Fachgebiet, Titel, Autor, Erscheinungsjahr. Einzelne Hefte sowie Jahrgänge lassen sich virtuell durchblättern und einzelne Artikel oder Seiten lassen sich als PDF herunterladen.

Digitalisiert werden die Zeitschriften vom Konstortium der Schweizer Hochschulbibliotheken und der ETH-Bibliothek in Kooperation mit Partnern aus Verlagen und Bibliotheken. Das Zeitschriftenportal ist noch im Aufbau, bis 2011 werden über 20 Zeitschriften hinzukommen.

(Via Swiss-lib)

Lesesommer in Davos

Diesen Sommer findet in Davos und Klosters eine  besondere Lesebank2Leseförderungskampagne statt. An verschiedenen Wander- und Spazierwegen in und um Davos und Lesebank8Klosters wurden einige Bänke zu “Lesebänken” umfunktioniert.

Die Lesebänke sind mit einer wetterfesten Kiste ausgestattet, in der sich eine Auswahl an Bibliotheksbüchern befindet. Hier lässt sich gemütlich in Romanen, Sachbüchern, Kinderbüchern und natürlich auch dem einen oder anderen (Wander-)Buch über die Region Lesebank Buchboxblättern und lesen.

Die Lesebänke sollen dazu einladen, eine Pause einzulegen, um in den angebotenen Büchern zu schmökern, lesen, versinken, bevor man sie zurück in die Kiste versorgt und seine Wanderung, seinen Spaziergang fortsetzt. Sollte man sich aber an einem Lesebank9bestimmten Buch festgelesen haben, ist es ausdrücklich erlaubt, das Buch mit nach Hause/in die Ferienwohung/in’s Hotelzimmer zu nehmen, um es in Ruhe fertig zu lesen. Das Buch kann nachher wieder in der gleichen oder in einer der anderen Bücherkisten deponiert werden. Insgesamt gibt es sechs solcher Lesebänke, drei in Davos und drei in Klosters.

Durchgeführt wird die Aktion von den Gemeinden Davos und Klosters in Kooperation mit den GemeindebibliothekIhre Lesebank Bibliotheken Davos und Bibliothek Klosters-Serneus.

Mehr zur Aktion findet sich in der  Medienmitteilung und im Davos Blog.

 

Eine tolle Idee, findet LoL!

Quoting: Coxe on the Stiftsbibliothek St. Gallen

The library belonging to the abbey is very numerous and well arranged ; and, among a number of monkish manuscripts contains several of the classic writers, which enganged my chief attention. To this library we owe Petronius Arbiter, Silius Italicus, Valerius Flaccus, and Quintilian, copies of which were found in 1413 : it was formerly very rich in curious manuscripts ; but several being borrowed, during the council of Constance, by the cardinals and bishops, were never returned.

Coxe, William. Travels in Switzerland, and in the Country of the Grisons: In a Series of Letters to William Melmoth, Esq. Third ed. London: Cadell, 1794.

Quoting: Coxe on the Swiss people

I feel great delight in breathing the air of liberty ; every person here has apparently the mien of content and satisfaction. The cleanliness of the houses, and of the people, is peculiarly striking ; and I can trace in all their manners, behaviour, and dress, some strong outlines, which distinguish this happy people from the neighbouring nations. Perhaps it may be prejudice and unreasonable partiality ; but Iam the more pleased, because their first appearance reminds me of my own countrymen, and I could almost think, for a moment, that I am in England.

Coxe, William. Travels in Switzerland, and in the Country of the Grisons: In a Series of Letters to William Melmoth, Esq. Third ed. London: Cadell, 1794.

Gutenberg Museum, Fribourg

Das Gutenberg Museum in Fribourg widmet sich, wie schon der Name besagt, ganz und gar der Erfindung Johannes Gutenbergs, der Buchdruckerkunst. Vor kurzem war LoL wieder mal dort – voll und ganz begeistert :-) .

Im Parterre befindet sich, gleich neben dem Eingang, eine Rekonstruktion von Agostino Ramelli’s berühmten Bücherrad, einer Holzkonstruktion mittels derer sich mehrere Bücher bequem gleichzeitig lesen und vergleichen lassen. Die Bücher liegen auf am Rad hängenden Tablaren, die so konstruiert sind, dass sie Eingang Gutenberg Museumimmer schön in der gleichen Position hängen („Planetengetriebe“), damit die Bücher nicht hinten runterfallen, wenn das Rad gedreht wird. Also im Prinzip wie ein Riesenrad. Das Rad, und seine Konstruktion, ist in Ramelli’s Buch Le diverse et artificiose machine del Capitano Agostino Rammelli dal Ponte della Tresia…, erschienen in Paris, 1588, in Italienisch und Französisch, genauestens beschrieben bzw. dargestellt. (LoL’s Bibliothek besitzt ebenfalls ein Exemplar dieses Buches und das Rad darf bei Führungen natürlich nicht fehlen – fasziniert die Leute immer wieder). Ebenfalls im Parterre befindet sich ein Raum für Sonderausstellungen.

In der Dauerausstellung im 1. Stock und 2. Stock findet sich dann alles rund um den Buchdruck bzw. die Buchproduktion. Der 1. Stock widmet sich dem Übergang vom Manuskript zum Buchdruck und der Zeit der Handpressen. Dargestellt mit lebensgrossen Wachspuppen findet man hier unter anderem den Scriptor, den Buchbinder, den Schriftgiesser und den Buchdrucker mit ihren verschiedenen Gutenberg Museum1Werkzeugen, Maschinen, Setzkästen und natürlich Druckerpressen. Sowie zahlreiche Informationen zu Schrift, Typographie, Schriftguss etc. Im 2. Stock ist man dann im Zeitalter des maschinellen Buchdrucks angelangt, mit zahlreichen Druckmaschinen, Fotoapparaten, Setzmaschinen etc. Hier steht nicht mehr der Mensch im Mittelpunkt, sondern die Maschine; allesamt schwarzglänzende, geschwungene, ästhetisch schöne Maschinen. Daneben ein kleines Modell einer vollautomatisierten Anlage für den Druck von Zeitungen und Zeitschriften aus den 1970ern. Wesentlich unästhetischer. Leider ist das Fotografieren im Museum nicht gestattet, aber auf der Website des Museums finden man eine kleine Bildergalerie, die einen Eindruck von der Ausstellung (allerdings nur vom 1. Stock) vermitteln.

Die verschiedenen Drucktechniken kennenlernen kann man in den Ateliers im Sous-sol des Museums, die bei LoL’s Besuch allerdings leider geschlossen waren, bzw. wahrscheinlich nur im Rahmen einer (Kinder)Führung zu besuchen sind. Schad. Ebenfalls nicht fehlen darf natürlich der Museumsshop. Vor allem angetan hat es LoL hier die Ecke mit den antiquarischen Büchern aus dem Lager des Museums, allesamt für CHF 5.00, wo sie unter anderem ein umfassendes Handbuch zum Buchdruck aus den 1930er Jahren erstanden hat :-) .

Definitiv ein sehr besuchenswertes Museum für alle, die sich für Buchdruck interessieren!

Noch ein paar Wochen bis zu den langersehnten Sommerferien. Neben den, inzwischen schon fast obligatorischen, zwei Wochen in England geht’s dieses Jahr zuerst noch für ein paar Tage in die Pfalz. Ein Besuch in Mainz und dem dortigen Gutenberg Museum steht natürlich schon fest auf dem Programm. Und LoL fängt schon mal an zu sparen, denn auch der Museumsshop sieht sehr vielversprechend aus – der Miniatur Druckerpresse aus Holz wird sie jedenfalls wohl nicht widerstehen können :-) .

Bahnhofsbibliothek

Am letzten Donnerstag auf der Heimreise von Bregenz entdeckt: Auch in der Schweiz gibt es eine “Bahnhofsbibliothek”. Eine Bibliothek also, die im Bahnhofsgebäude, sozusagen auf dem Perron, untergebracht ist - direkt vom Zug in die Bibliothek: die Bibliothek St. Margrethen (s.a. auch den Beitrag über die U-Bahn-Bibliothek in Stockholm).

Leider reichte die kurze Umsteigzeit nicht, um einen Blick hineinzuwerfen – nur für ein paar Bilder:

bibliothek-stmargrethen1bibliothek-stmargrethen4

Seltene Schweizer Bücher online

Seit gestern ist die Datenbank “Ein Blick auf seltene Bücher in Schweizer Bibliotheken” der Arbeitsgruppe Alte Drucke der BIS online. Die Datenbank enthält zur Zeit 10 alte, in der Schweiz gedruckte Bücher aus 3 Jahrhunderten (hauptsächlich aus der Deutschschweiz). 

Die Idee ist, dass die beitragenden Bibliotheken jeweils ein Buch aus ihrem Bestand präsentieren, das in der Umgebung der Bibliothek gedruckt wurde (oder damit irgendwie in Zusammenhang steht). Die Sammlung soll somit einen Einblick in die vielfältige Druckertätigkeit in der Schweiz bieten. Gesucht werden kann nach verschiedenen Kriterien, wie z.B. Bibliothek, Druckort, Jahrhundert, Einband, Thema usw.

Noch fehlen einige Kantone in der Datenbank, die möglichst rasch ergänzt werden soll. LoL arbeitet noch am Beitrag ihrer Bibliothek…