Category Archives: Books

Iss was Du liest

Bei DN gibt’s die passenden Rezepte zur Lektüre. Zu Dracula, zum Beispiel, Transsilvanische Bohnensuppe mit Speck und Sauerteigbrot oder Welsh Rarebit zu Sherlock Holmes.

Was würde dann zu LoL’s derzeitiger Lektüre, Henry Hitchings Dr Johnson’s Dictionary passen? Vielleicht Gurkensalat?

It has been a common saying of physicians in England, that a cucumber should be well sliced, and dressed with pepper and vinegar, and then thrown out, as good for nothing.
Boswell: Journal of a Tour to the Hebrides
[Quelle: The Samuel Johnson Sound Bite Pate]

Oder Porridge? Johnson’s Definition von “oats”: a grain, which in England is generally given to horses, but in Scotland supports the people.

Überhaupt scheint Johnson kein grosser Geniesser gewesen zu sein. So definiert er “lunch” als as much food as one’s hand can hold und zum Abendessen meint er: For my part, now, I consider supper as a turnpike through which one must pass, in order to get to bed.

Mmh, vielleicht sollte ich mir ganz schnell Roald Dahls Charlie and the Chocolate Factory besorgen…

Das liebste Kinderbuch

What were your favourite books before you could read?“, fragte Molly Flat im Book Blog des Guardian gestern. Was waren unsere Lieblingsbücher damals? Erinnern wir uns noch an sie? Und wie haben sie uns beeinflusst? - “Can you recall your favourite book before you could read? And is anyone else out there still suffering the consequences today?“.

Hätte man LoL vor 6 Jahren die Geschichte ihres einstigen Lieblingsbuches nacherzählt, hätte sie sich wohl kaum daran erinnert. Aber vor 6 Jahren war da in einer Buchhandlung in Stochkolm dieses Bilderbuch von Elsa Beskow, “Puttes äventyr i blåbärsskogen“, und mit den Bildern kam die Erinnerung zurück.

Die schwedische Kinderbuchautorin Elsa Beskow (1874-1953) hat zahlreiche Kinderbücher verfasst und selbst illustriert, aber keins hat bei LoL einen so grossen Eindruck hinterlassen wie die Geschichte über die Abenteuer des kleinen Peterchens im Blaubeerwald. Wie gerne hätte LoL damals einen solchen Zauberstab mit einer Heidelbeere als Knauf gehabt, wie ihn der Heidelbeerkönig besass. Aber am allerallerliebsten wollte LoL auch so klein werden, wie das Peterchen, um Heidelbeeren (die schon damals zu LoLs absoluten Lieblingsfrüchtchen gehörten) in Fussballgrösse essen zu können. Und vielleicht sind ja Elsa Beskow und Putte sogar mit daran “Schuld”, dass LoL, als Anglistik-Studentin, ein Austauschjahr nicht in England, sondern in Schweden verbracht hat? Und ist nicht vielleicht auch die besondere Faszination des Jugenstils durch die schönen Zeichnungen von Elsa Beskow geprägt worden?

Dass man etwas nicht unbedingt lesen und/oder verstehen muss, um davon begeistert zu sein, kann LoL ebenfalls gut nachvollziehen. Im zarten Kindergartenalter war die amerikanische schwarz/weiss Serie “The Munsters” ihr absoluter Favorit. Obwohl sie vom englischen Originalton kein Wort verstand und die deutschen Untertitel nicht lesen konnte, klebte sie förmlich vor dem Fernseher, wenn die Serie ausgestrahlt wurde. Auch dies scheint Spuren hinterlassen zu haben, hat sie doch immer noch eine besondere Vorliebe für “gothic literature” und sogar für eine ihrer Liz-Prüfungen damals als Thema “the function of the supernatural element in the gothic novel” gewählt (sehr empfehlenswert :-) ).

 Heute müssen die Zürcher Kinder wohl ohne Putte auskommen – im Katalog der Zürcher Stadtbibliotheken PBZ ist’s jedenfalls nicht aufzufinden, aber dafür gibt’s in der Nationalbibliothek eine Übersetzung in den Berner Dialekt von 1913 :-) .

Übrigens:
In Sigtuna, einem kleinen Städtchen nicht weit von Stockholm entfernt, gibt’s an der Hauptstrasse in einem kleinen, windschiefen Fachwerkhäuschen ein nettes kleines Café namens Tant Brun (eine Figur aus Elsa Beskows Buch “Tant Grön, Tant Brun och Tant Gredelin“), wo’s nicht nur feinen Tee und Kaffee gibt, sondern auch herrlichen selbstgebackenen Heidelbeerkuchen… :-) .

Booker Prize 2008: der Gewinner

Der diesjährige Gewinner des Man Booker Prize for Fiction steht nun fest: es ist der indische Autor Aravind Adiga, der für seinen Debut-Roman The White Tiger ausgezeichnet wird.

Booker Prize 2008 – 1 day to go

Morgen, am 14.10.2008, wird der/die diesjährige GewinnerIn des Booker Prizes bekannt gegeben. LoL ist schon recht gespannt, weil sie nämlich doch tatsächlich eins der Bücher auf der shortlist gelenen hat, letzte Woche, in ihren wohlverdienten Ferien in den Bergen. Gelesen hat sie Linda Grants The Clothes on their Backs, welches ihr auch gut gefallen hat. Vor allem die Beschreibungen des Lebens und der Atmosphäre im London der späten 70er Jahre. Der Aspekt mit den Kleidern, die die jweiligen Personen zu tragen wählen und damit ihre Lebensanschauung ausdrücken (wie auf dem Buchumschlag ausgeführt):

The Clothes on Their Backs is a wise and tender novel about the clothes we choose to wear, the personalities we dress ourselves in, and about how they define us all.

ist für LoL allerdings irgendwie nicht wirklich so voll und ganz heraus gekommen, oder zumindest nicht bei allen Personen/Gruppen, auch wenn diese und ihre Bekleidungen jeweils recht detailliert beschrieben, und teilweise auch sehr charakteristisch, sind. Aber vielleicht liegt’s auch daran, dass sie das Buch geradezu verschlungen und fast in einem Zug durchgelesen hat. Und/oder sich dabei auf andere Dinge konzentriert hat.

Im Buch gibt’s übrigens auch eine nette Bibliotheksszene (eine typische Bibliothek der 70er Jahre??), die LoL auch ein bisschen an die derzeitige Bibliotheks-Debatte in England (“Strikte Verhaltensregeln” vs. “alles ist erlaubt”) erinnert hat. Leider hat sie das Buch jetzt  grad nicht zur Hand – aber morgen wird das Zitat nachgeliefert. Versprochen.

Booker Prize Shortlist: Free Audio Extracts

On the Booker Prize Website, free audio extracts of the titles of this year’s shortlist are available for download. The only problem is, that the downloads are for mobile phones only. LoL isn’t too good in using her mobile for anything other than telephoning and texting messages and so doesn’t really want to try this out (and probably wouldn’t really manage anyway).

But although she can’t listen to the excerpts - she can still read the books. And although, in an earlier post, she stated that she’ll probably never read any of the shortlisted books, she thought that, after all, she might put her beloved English classics aside for a while and give it a try. She picked three books, which sounded interesting to her: Linda Grant’s The Clothes on Their Backs (because of the “bookish girl”), Philip Hensher’s The Northern Clemency (because it “shows [Hensher] to be one of the greatest chroniclers of English life”) and Steve Toltz’s A Fraction of the Whole (because the author’s professional career a “a screenwriter, but also doing stints as a private investigator and English teacher” sounded intriguing). So, off to the bookstore…

To Read or Not To Read – Bekenntnisse eines Literatur-Kritikers

Vor 2 Tagen wurde die diesjährige Booker Prize shortlist veröffentlicht. Der Literaturkritiker Nicholas Lezard nahm den Kommentar von Hardeep Singh Kohli, einem der diesjährigen Juroren, über die Nicht-Aufstellung von Salman Rushdie in der diesjährigen shortlist zum Anlass, über das Nichtlesen von “must reads” zu sinnieren. Rushdie’s “Midnight’s Children” ist eines dieser Bücher, die das Lesepublikum spalten. Die einen lieben es, die anderen hassen es – und viele haben es zwar angefangen, aber nie zu Ende gelesen. Wie auch Lezard selbst. Überhaupt gibt es viele Bücher, die Literaturkritiker nicht lesen. Nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil’s einfach zu viele Bücher sind, um sie alle zu lesen. Nur dass man sowas, vor allem als Literaturkritiker, nur hinter vorgehaltener Hand, im Flüsterton zugibt, z.B. auf einer dieser “book launch parties”, auf denen die meisten der Gäste keines der Bücher des gefeierten Schriftstellers gelesen haben, und überhaupt eingesteht, einen Grossteil der “major works of literature” nicht gelesen zu haben. Das geht wohl nicht nur Literaturkritikern so.

Dieser Artikel erinnert LoL daran, dass sie schon vor einer Weile einen Post zu einem Essay von David Lodge schreiben wollte, in dem es um Ähnliches geht. Vielleicht schafft sie’s ja bald.

Was die diesjährige Booker Prize shortlist betrifft, muss LoL gestehen, dass sie keines der Bücher kennt, geschweige denn gelesen hat (oder, seien wir ehrlich, lesen wird). Noch nicht mal die Namen kommen ihr bekannt vor, ausser Amitav Gosh, von dem hat sie schon gehört. Allerdings nichts gelesen. Und was Salman Rushdie anbelangt, so hat sie sich “Midnight’s Children” zwar schon vor ein paar Jahren angeschafft, aber zum Lesen ist sie bis jetzt leider noch nicht gekommen. Oder um es mit den Worten von Nicholas Lezard auszudrücken: “I found that I had picked up something else”…

Social Bibliophiles

Auf dem Contemporary Literature Blog auf About.com:Contemporary Literature gibt’s einen Link zu einer Linksammlung für Bibliophile: 100 Places to Connect With Other Bibliophiles Online. Zusammengestellt sind 100 Links, auf denen sich Buchliebhaber austauschen und interagieren können. Social eben… :-)