Twitter für Information professionals

In der April-Ausgabe von Library & Information Update findet sich ein ausführlicher Artikel von Phil Bradley zum Thema Twitter, in welchem er information professionals dazu anregt, bzw. geradezu aufruft, mitzuzwitschern.Im ersten Teil des Beitrags wird erklärt was Twitter ist, wie’s funktioniert, wie man seinen Account einrichtet (wichtig vor allem auch das Ausfüllen eines vollständigen Profils), wozu man’s brauchen kann (i.e. privat, beruflich oder im Zusammenhang mit einem Blog, um so jeweils auf einen neuen Eintrag hinzuweisen) und dass man nicht gleich aufgeben soll, wenn man zu Beginn noch nicht gleich wahrgenommen wird.

Die Stärke von Twitter ist, dass es ein einfaches Kommunikationsmittel ist, mit welchem sich, trotz, oder gerade wegen der begrenzten Zeichenanzahl, Informationen schnell und unkompliziert ausgetauscht sowie Meinungen und Erfahrungen anderer zu einem bestimmten Thema eingeholt werden können. Dies gilt natürlich nicht nur für private Anwender, sondern auch für Unternehmen, Institutionen, Bibliotheken, etc., die Twitter zumindest dafür einsetzen sollten, ihre Kunden auf dem Laufenden zu halten. “Not being involved simply means that you have no chance to actively participate in the conversations – most likely to your disadvantage”.

Für information professionals ist es unabdingbar, Twitter zu kennen und sich damit auseinanderzusetzen. Erstens, weil viele der BibliotheksbenutzerInnen es nutzen. Zweitens, um es selbst nutzen zu können; einerseits, um Benutzer und Interessierte zu informieren und mit ihnen in Kontakt zu treten, andererseits zum Austausch mit BerufskollegInnen.

Information people need to know how Twitter works because it’s the latest big communication tool, and many of their users are, or will be, using it. We should be as up to date as possible, simply so we don’t get left behind. Twitter is also a good way of finding out what other information professionals are thinking, doing and writing about.

Hat man sich seinen Account eingerichtet und ein aussagekräftiges Profil (inkl. Bild) angelegt, geht es darum, andere User zu finden, denen man folgen möchte. Neben privaten Anwendern gibt es im Bibliotheksumfeld inzwischen zahlreiche Institutionen, die Twitter bereits nutzen; Bibliotheken, Universitäten, Verlage, Berufsverbände, etc. Eine gute Methode, interessante Twitterer zu finden, ist es, bei anderen Anwendern zu schauen, wem diese folgen und wer ihnen folgt. Daneben gibt es inzwischen bereits Verzeichnisse, die Twitterer auflisten.* Schlussendlich ist dann natürlich auch der Inhalt von Bedeutung, vor allem, wenn man Twitter im beruflichen Umfeld nutzen will:

Make sure that you have something to say in your Twitter feed before you start. I follow people because I’m interested in what they’re saying. Tweet about things that interest you, add in links as appropriate and so on. If you want to write about what you had for breakfast that’s fine, but don’t expect to get many followers.

Auch wenn die Followers Sinn und Zweck bei Twitter sind, sollte dies nicht überbewertet werden. Es geht schlussendlich nicht darum, so viele Followers wie möglich zu haben, oder so viele Tweed wie möglich zu abonnieren, sondern es geht darum, was man davon profitieren kann:

You want to get something out of Twitter as well as giving something to it, so choose the people you follow carefully. What do they add to your day? Are their tweets informative and full of links? Are they insightful, humorous or philosophical? If you’re not getting something useful, don’t follow them. You’ll also find that there’s a limit to the number of people you can follow – too few and there’s little reason to check out your feed, too many and you’re swamped.

Zum Schluss gibt Bradley eine kurze Zusammenfassung von Twitter ganz im Stil von Twitter, nämlich in 139 Zeichen:

It’s a superb resource for libns to communicate, promote, share & assist colleagues & users alike. Quick, simple & effective. Try it out!

*wie z.B. “Microblogs” im LISWiki

 

LoL ist jetzt seit etwa 5 Wochen Twitter-Anwenderin, findet langsam Gefallen daran und kann vielem von dem im Artikel Angesprochenen zustimmen. Vor allem was Auswahl und Anzahl derjenigen, denen man folgen möchte, anbelangt. Aber gerade die Vernetzung macht es so interessant, da man beim Stöbern in den Followers anderer immer wieder auf Twitterer stösst, deren Beiträge einen interessieren, und umgekehrt. Gerade durch die Kürze, das Informelle, und auch die Internationalität, bekommt man eine Vielzahl an Infos, Hinweisen und Tipps von BerufskollegInnen, denen man sonst nie „begegnet” wäre. Und wenn darunter ab und zu mal was „privates” ist, dann macht es das ganze nur umso menschlicher.

Aber auch wenn man, vor allem in letzter Zeit, immer wieder viel über Twitter zu lesen ist – und es für uns Twitterer bereits eine Selbstverständlichkeit geworden ist – scheint es doch noch eine grosse Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis zu geben. Im Netz finden sich bereits einige (ältere und neuere) Informationen und Tutorials zur Anwendung von Twitter in Bibliotheken, wie z.B. hier, hier, hier und hier. Andererseits ist der britisch Berufsverband CILIP erst jetzt daran, einen Kurs zu Twitter zu organisieren, der im Herbst dieses Jahres stattfinden soll. In Anbetracht der Schnelle des Webs und der Ausbreitung solcher sozialen Softwaredienste eine recht lange Zeit von Idee bis Umsetzung. Immerhin gibt es, neben zahlreichen, aus eigenem Interesse zwitschernde, BibliothekarInnen, auch bereits einige Bibliotheken, die bei Twitter vertreten sind, zumindest im englischsprachigen Raum (in der Schweiz noch eher rar). Bei genauerem Hinschauen hat man jedoch nicht selten den Eindruck, dass es sich dabei weniger um einen wirklichen Institutionsauftritt handelt, sondern vielmehr um ein/e engagierte/r MitarbeiterIn, die/der unter dem Logo der Institution zwitschert. Anders gesagt, viele Institutionen scheinen den Nutzen von Twitter noch nicht erkannt zu haben.

Übrigens wäre den im Artikel genannten Kategorien von Beiträgen (privat, beruflich, blog-related) noch eine weitere hinzuzufügen, die LoL besonders gut gefällt: solche, die jeweils Anfangssätze aus Büchern zitieren, wie z.B. TwitterLitUK oder Långa Svansen.

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3 responses to “Twitter für Information professionals

  1. Thank you for a warm and reflective discussion of Twitter!

    I personally wonder just how many of our library users really are on Twitter (as opposed to say, Facebook, which must be near 100% saturation in universities now).

    Nonetheless, just for the librarian networking effect, it is essential.

    PS. Loving the Dorothy L. Sayers header.

  2. lonelylibrarian

    Hi Michael

    Thanks for your nice comment. I especially appreciate the “reflective” as I’m just trying to get used to the reflective writing practice required for the portfolio :-).

  3. michaelhopwood

    You’re welcome; me too!

    Actually the whole topic is very, erm, topical, given yesterday’s #CILIP2 Twttr extravanganza.

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